Nutzen Sie das Potenzial der IoT-Remoteüberwachung

Bestimmen der Geschäftsziele

Bestimmen Sie die Geschäftsprozesse, die verbessert werden sollen, die Ergebnisse, die in der Überwachung umgesetzt werden sollen, und andere Bestandteile des Business Case. Planen Sie das gesamte Szenario, und definieren Sie die wichtigsten Anforderungen.

Sorgen Sie dafür, dass das Projekt vom Vorstand und von Beteiligten unterstützt wird, bevor Sie die Lösung entwickeln, damit das Projekt nicht ins Stocken gerät.

Ermitteln Sie zunächst die Geschäftsziele für Ihr Remoteüberwachungsprojekt. Dabei kann es sich beispielsweise um eine schnellere Reaktion auf Probleme mit Geräten oder verbesserte Einblicke in die Leistung Ihrer Ressourcen handeln. Je deutlicher Sie die angestrebten Ergebnisse formulieren können, desto besser. Das ist auch für den Business Case dieses Projekts essenziell.

Wenn Sie einen Geschäftsprozess gefunden haben, der verbessert werden soll, müssen Sie zunächst die Bestandteile des Prozesses ermitteln, für die eine IoT-Remoteüberwachungslösung geeignet ist. Hierfür muss wahrscheinlich der gesamte Geschäftsprozess analysiert werden, damit bekannt ist, wie dieser derzeit funktioniert, inwiefern dieser ineffizient ist und welche Änderungen Sie umsetzen möchten.

Sie könnten beispielsweise festlegen, dass eine Dienstwarnung oder ein Ticket automatisch erstellt werden soll, wenn die Temperaturmessung einer Remoteressource einen bestimmten Schwellenwert erreicht. Sie müssen zudem die Systeme, Tools und Teams bestimmen, die an der Umsetzung beteiligt sein sollen, sowie die zu erfüllenden Anforderungen und die vorhandenen Lücken und Hindernisse.

Durch diese Analyse können Sie herausfinden, welche Funktionen Ihre Lösung enthalten muss. Außerdem wird so herausgestellt, wie umfangreich die Änderungen am Geschäftsprozess ausfallen müssen. Wenn Sie beispielsweise möchten, dass mobile Wartungstechniker Echtzeitwarnungen über Probleme mit der Ausstattung erhalten, müssen diese mit Geräten ausgestattet sein, an die diese Warnungen gesendet werden können. Wenn Sie möchten, dass Ihre Techniker sofort auf Warnungen reagieren, muss deren Arbeitsablauf angepasst werden, sodass die Prioritäten dynamisch geändert werden können, wenn eine Warnung eingeht.

Profilerstellung für betroffene Ressourcen

Kategorisieren Sie Ihre Ressourcen, und ordnen Sie sie zu. Berücksichtigen Sie dabei den Ressourcentyp, den Standort, ob eine sichere Verbindung möglich ist und welche Daten sie erfassen können. Legen Sie fest, wer auf die Ressourcen zugreifen und welche Daten diese Personen anzeigen können.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung mit vielen Ressourcentypen (vorhandene und zukünftig erworbene Ressourcen) und Verbindungsmethoden kompatibel ist.

Sobald Sie den Geschäftsprozess ermittelt haben, der geändert werden soll, müssen Sie ein Profil für die betroffenen Ressourcen erstellen. Dabei kann es sich um intelligente Geräte wie Industriestandorte auf der ganzen Welt, Sensoren in Remotegeräten oder Produkte handeln, die an Kundenstandorten installiert sind. Folgendes muss ermittelt werden:

  • Ressourcentyp: hochwertige Ausstattung wie Fertigungsroboter, Automatisierungsausstattung oder eigenständige Sensoren und Aktoren
  • Betriebssystem: Windows, Linux, Android, iOS, proprietäre Systeme oder Geräte ohne Betriebssystem
  • Standort: geographische Standorte der Ressourcen und Umgebungsbedingungen, die sich auf den Betrieb auswirken
  • Daten: Daten, die von der Ressource erfasst oder gesendet werden können
  • Verbindungsprotokoll: Art der Verbindungsherstellung zwischen der Ressource und internen Systemen oder Datenspeicherorten in der Cloud

Sie könnten eine Geräteregistrierung einrichten, über die Sie einzelne Geräteidentitäten definieren und die generierten Daten einem bestimmten Gerät (oder einer Gerätegruppe) zuweisen können. Das Zuordnen von Gerätecharakteristika schafft die Grundlagen für die Einrichtung einer Geräteregistrierung, Geräteverwaltung und für Predictive-Maintenance-Funktionen.

Auch die Planung der Gerätesicherheit ist wichtig. Darunter fällt, wer Zugriff auf welche Geräte hat und welche Daten diese Personen anzeigen können.

Bestimmen zusätzlicher erforderlicher Komponenten

Richtigen Sie nach Bedarf zusätzliche Geräte ein, um vertrauliche oder veraltete Ressourcen zu vernetzen. Planen Sie die gesamte Sicherheit. Bewerten Sie die Integrations- und Entwicklungsarbeit, die erforderlich ist, um auf bestimmte Geschäftsanforderungen einzugehen.

Zur Lösung können zudem auch Komponenten wie neue Sensoren oder Gateways beitragen, die mit Ressourcen vernetzt werden, die veraltete Kommunikationsmethoden verwenden.

Überprüfen Sie kritische Bestandteile einer IoT-Remoteüberwachungslösung, um Komponenten zu ermitteln, die für Ihre Lösung zusätzlich erforderlich sind:

  • Vernetzen Sie vorhandene, nicht vernetzte Ressourcen mit internen Systemen oder der Cloud. In einigen Fällen können Gatewaygeräte erforderlich sein, um diese Verbindungen aufzubauen. Gateways stellen eine Verbindung mit Ressourcen her, die nicht direkt mit Unternehmenssystemen oder der Cloud vernetzt werden können oder sollen. Das kann beispielsweise bei Geräten der Fall sein, die ältere oder proprietäre Kommunikationsprotokolle verwenden, sowie bei Ressourcen, die aus Sicherheitsgründen nicht direkt verbunden werden sollten. Gateways aggregieren die Daten dieser Geräte und senden sie an den entsprechenden Ort.
  • Planen Sie die gesamte Sicherheit: Sicherheitsmaßnahmen sollten vorhanden sein, um die Daten in der Ressource, die Daten während der Übertragung und die internen Systeme oder Clouddienste zu schützen, an die die Daten gesendet werden. Vorhandene Maßnahmen für Netzwerksicherheit und Identifizierung bzw. Authentifizierung müssen ggf. auf diese Ressourcen ausgeweitet werden.
  • Bewerten Sie die Integration, die erforderlich ist, um auf bestimmte Geschäftsanforderungen einzugehen. Die Integration mit bestimmten Back-End-Systemen und Geschäftsanwendungen ist ein wichtiger Schritt bei der Wertgewinnung aus der Remoteüberwachung und anderen IoT-Lösungen wie Predictive Maintenance.

Auseinandersetzung mit Ihren Daten

Erstellen Sie Datenprofile, aus denen hervorgeht, welche Daten von Ihren Ressourcen in welcher Menge erstellt werden, wie oft neue Daten verfügbar sind und wo diese gespeichert werden. Legen Sie fest, wer diese Daten wie schnell benötigt, um Nutzen aus ihnen ziehen zu können.

Bei der Überprüfung ist es essenziell, sich mit den erfassbaren Daten auseinanderzusetzen, damit Sie die gewünschten Ergebnisse erzielen können. Erstellen Sie Datenprofile, aus denen Folgendes hervorgeht:

  • Art: Inhalt der Daten (z. B. Temperatur, Ebene, Vibration), Format und andere beschreibende Charakteristika
  • Größe: Größe der Datendateien, die von der Ressource übertragen werden
  • Kommunikationshäufigkeit: Übertragungshäufigkeit der Daten
  • Standort: Ort, an dem die Daten verarbeitet und gespeichert werden (falls zutreffend auch die Freigabemethode für Systeme)

Bei der Bewertung der Daten stellen Sie möglicherweise fest, dass Sie Ressourcen hinzufügen oder bearbeiten müssen, um die Daten zu erhalten, die erforderlich sind, um Ihr Geschäftsziel zu erreichen. Es kann beispielsweise notwendig sein, eine Ressource mit einem Sensor nachzurüsten oder ein Betriebssystem zu aktualisieren, um die Datenübertragung zu ermöglichen.

Bei der Datenbewertung ist ebenfalls wichtig, zu bestimmen, wer welche Daten benötigt und wann diese benötigt werden, damit die Bewertung sinnvoll ist. Sie müssen sich also fragen, welche Teams in Ihrer Organisation welche Daten benötigen und wie schnell diese benötigt werden, um den bestmöglichen Nutzen aus ihnen zu ziehen. Temperaturdaten können für ein Einsatzteam essenziell sein, damit sie innerhalb von Stunden darauf reagieren und Schäden verhindern können. Zum Zustand einer langlebigen Ressource müssen nur wöchentlich oder monatlich Daten erfasst werden. Diese Informationen wirken sich darauf aus, wie oft Daten erfasst und zur Verarbeitung übertragen werden sollen, sowie darauf, welche Systeme integriert werden müssen, um sicherzustellen, dass die Daten zur richtigen Zeit den richtigen Personen zur Verfügung stehen.

Definieren von Geschäftsregeln

Ermitteln Sie die Bedingungen, die eine Warnung auslösen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Daten einen Schwellenwert überschreiten. Legen Sie die Maßnahmen fest, die als Nächstes ergriffen werden. Dazu zählt beispielsweise, dass ein Techniker geschickt und mit Informationen zur Untersuchung des Problems versorgt wird.

Welche Geschäftsprozess wie z. B. automatisierte Wartung oder Reaktionen auf Echtzeitwarnungen wollten Sie in der Vergangenheit implementieren, hatten jedoch nicht die Möglichkeit dazu? Mittlerweile ist deren Umsetzung vielleicht möglich.

Aus einer IoT-Remoteüberwachungslösung können Sie insbesondere durch die Festlegung von Geschäftsregeln Wert schöpfen. Dazu zählen die Bedingungen oder Ereignisse, die automatisch eine Warnung oder Maßnahme auslösen sollen.

Hierfür müssen die Datenwerte ermittelt werden, die den Trigger auslösen. Ein Beispiel dafür sind Temperaturspitzen, die einen gewissen Schwellenwert überschreiten, oder eine Temperatur, die sich über eine Stunde lang im selben Bereich bewegt. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Werte Sie verwenden sollen, können Sie Startwerte ermitteln und diese im Lauf der Zeit verfeinern.

Sie müssen auch die Warnungen und Maßnahmen definieren, die ausgelöst werden sollen, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt wird. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Temperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, der Wartungsarbeiter unterwegs ist, der sich am nächsten befindet, und diesem bereits Informationen zur Untersuchung des Problems übermittelt wurden. Wenn eine Ressource die beidseitige Kommunikation unterstützt, kann sie Maßnahmen auslösen. Falls also ein Schwellenwert überschritten wird, kann ein Befehl an die Ressource gesendet werden, damit ein Diagnosetest ausgeführt wird.

In einigen Szenarios soll nur eine E-Mail oder ein Warntext an eine Einzelperson oder Gruppe gesendet werden. Manchmal soll jedoch sichergestellt werden, dass eine Person oder ein Gerät Maßnahmen ergreift.

Bei der Definition von Geschäftsregeln sollten Sie sicherstellen, dass auch die entsprechenden Anpassungen am Geschäftsprozess berücksichtigt werden. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise dafür verantwortlich ist, Maßnahmen zu ergreifen, wenn eine Warnung eingeht, muss festgelegt werden, wie dessen Arbeitsauslastung neu priorisiert werden soll und mit welcher Antwortzeit gerechnet werden kann.

Operationalisierung und Erbringung von Geschäftswert

Schließen Sie die Entwicklung der Lösung ab, und implementieren Sie Änderungen am Geschäftsprozess. Nehmen Sie Skalierungen vor, und interagieren Sie mit Back-End-Systemen und -Anwendungen. Ermöglichen Sie neue Einblicke und Echtzeiteinblicke, und nutzen Sie die gewonnenen Informationen zur Optimierung der Betriebsabläufe.

Mit ausreichend Daten können Sie Probleme ermitteln und Ereignisse vorhersagen. Das sind die Grundlagen für die Anomalieerkennung und schließlich für Predictive Maintenance.

Nachdem die wichtigsten Bestandteile einer Remoteüberwachungslösung definiert wurden, folgt die Entwicklung und Implementierung der Lösung. Wenn Sie mit einem Pilot beginnen, können Sie die geplante Technologie und die Änderungen am Geschäftsprozess vor der Skalierung überprüfen. Sie können zudem Ihre Geschäftsregeln verfeinern und mögliche Datenlücken ermitteln.

Bei der Skalierung ist wahrscheinlich eine zusätzliche Integration mit Back-End-Systemen und Geschäftsanwendungen erforderlich. So können Sie Ihre Lösung optimal nutzen. Wenn ein Produkt beispielsweise an einem Kundenstandort ausfällt, könnte eine automatische Serviceanfrage in Ihrem CRM-System protokolliert werden. Ein Servicetechniker kann dann benachrichtigt werden, damit das Problem behoben werden kann. Falls aus den Daten hervorgeht, dass das Gerät zur Reparatur eingesendet werden muss, können Sie abhängig von den Kosten, die für den Kunden durch den Ausfall anfallen, ein Ersatzgerät an den Kunden schicken.

Die Vorteile der Remoteüberwachung fallen unterschiedlich aus. Häufig erhalten Sie nahezu in Echtzeit Einblicke in die Betriebsbedingungen, können Probleme schneller beheben und Trends ermitteln, die zuvor nicht erkannt werden konnten. Dadurch können Sie Kosten einsparen und die Betriebseffizienz erhöhen.

Die Remoteüberwachung stellt außerdem den Startpunkt für Predictive Maintenance dar. Mit den Daten, die durch die Remoteüberwachungslösung erfasst werden, können Sie ein Predictive-Analytics-Modell erstellen. Das gilt insbesondere für die Daten, die normale Zustände und problematische Zustände gegenüberstellen. Das Vorhersagemodell stellt die Grundlage für ein Predictive-Maintenance-Programm dar.

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