Mehr Mobilität im Unternehmen mit den neuen Diensten und SDKs von Azure Maps

Veröffentlicht am 11 Februar, 2019

Principal PM Manager, Azure Maps

Der Mobilitätsbereich stellt in der heutigen Zeit eine der komplexesten Herausforderungen für Städte und Gemeinden dar. Das Bewegen von Menschen und Waren ist eine große Chance, kann aber ebenso ins Chaos führen, wenn man sich nur die bekannten Probleme mit dem Verkehr, der Umweltbelastung und unausgewogenen Lebensgrundlagen ansieht. Azure Maps erweitert auch weiterhin die Angebote der Plattform und führt neue Funktionen als SDKs und cloudbasierte Dienste ein. Diese sollen es Unternehmenspartnern und Gemeinden ermöglichen, eigene Lösungen für die Visualisierung, Analyse und Optimierung im Zusammenhang mit Mobilität zu erstellen.

Die von uns entwickelten Dienste richten sich ausschließlich an moderne Unternehmenskunden und deren Anforderungen an leistungsstarke Echtzeitanalysen und nahtlose bildschirmübergreifende Erfahrungen – alles geschützt durch robuste Sicherheitsdienste.

Zunächst stellen wir die folgenden Dienste aus der öffentlichen Vorschau nun allgemein verfügbar bereit: Routenweite {Isochrones}, die Polygonsuche und Satelliten- sowie Hybridbilder. Darüber hinaus stellen wir einige neue Dienste vor. Wir erweitern unsere Kartencanvas um einige atemberaubende Kartenkacheln mit schattiertem Relief und Funktionen zur Bildkomposition, durch die die Arbeit mit unseren Karten noch ansprechender, nützlicher und leistungsfähiger wird. Außerdem führen wir Dienste für räumliche Vorgänge ein, die leistungsstarke Analysen ermöglichen, wie sie bereits heute von Mobilitätsanwendungen und anderen Branchen genutzt werden. Dazu kommt ein neues Android SDK und ein Web SDK, die Azure-Kunden die nötigen Tools für intelligente, schnelle und fundiertere Entscheidungen an die Hand geben. Da Datenschutz und Sicherheit heutzutage eine sehr große Rolle spielen, ist Azure Maps nun zudem nativ in Azure Active Directory integriert. Damit werden unsere Dienste noch sicherer, da unsere Kunden Rollen und Einschränkungen festlegen können.

Mit diesen Diensten stehen Azure-Kunden alle Möglichkeiten zum Auslagern der Kosten für die Verarbeitung und das Hosting der Kartendaten zur Verfügung, während sie gleichzeitig von den Vorteilen umfangreicher Karten und Kartendienste mit der aktuell schnellsten Aktualisierungsrate für Kartendaten profitieren. Diese Aktualisierungsrate für Daten und Dienste stützt sich auch auf die kürzlich bekannt gegebene Partnerschaft mit TomTom, das seine Workloads zur Kartenerstellung in die Azure-Cloud auslagern wird, um so die Zeit von der Einstellung bis zum Endbenutzer deutlich zu verringern.

Android SDK (Vorschau)

Obwohl das Web SDK von Azure Maps innerhalb eines Websteuerelements auf mobilen Plattformen ausgeführt werden kann, bevorzugen viele Entwickler eine native Unterstützung für die Zusammenarbeit mit anderen nativen Komponenten. Diese Funktionen sollen natürlich auch als nativer Code verfügbar sein, denn Java != JavaScript. Zur Unterstützung von Kunden, die von Android-Anwendungen abhängig sind, veröffentlicht Azure Maps ein Android SDK. Dieses ermöglicht das Rendern von Karten und Verkehr, das Zeichnen, die Verarbeitung von Ereignissen und die Verwendung unserer Kartencanvas-Variationen. Außerdem können Sie Verbindungen mit anderen Azure Maps-Diensten wie der Such- oder Routenfunktion herstellen. Nutzen Sie dazu einfach die Azure Maps-Dienste-APIs.

Azure Maps

Räumliche Vorgänge (Vorschau)

Die Datenanalyse stellt die zentrale Aufgabe für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) dar. Mit räumlichen Vorgängen in Azure Maps können Sie Standortinformationen direkt und ohne Vorbereitung analysieren, um Ihre Kunden über Veranstaltungen zu bestimmten Zeiten und an verschiedenen Orten zu informieren. Sie ermöglichen die Analyse- und Vorhersagemodellierung von Ereignissen nahezu in Echtzeit. Zu den räumlichen Vorgängen gehören derzeit die folgenden Dienste:

Geofencing: Ein Geofence ist ein „unsichtbarer Zaun“ um ein bestimmtes Gebiet. Diese „Zäune“ werden durch Koordinaten in Form von anpassbaren Polygonen dargestellt und können zeitlich begrenzten Einschränkungen zugeordnet werden, damit sie nur dann ausgewertet werden, wenn sie auch relevant sind. Darüber hinaus können Sie einen Geofence als Azure Maps-Datendienst speichern (mehr dazu weiter unten). Durch die Integration von Azure Event Grid können Sie Benachrichtigungen erstellen, wenn sich die Position eines Objekts im Verhältnis zu einem Geofence ändert – dies umfasst den Ein- und Austritt sowie Änderungen am Abstand zu einem Geofence.

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Anwendungsmöglichkeiten. Bei Transport und Logistik können damit Warnungen eingerichtet werden, wenn Frachtschiffe an bestimmten Wegmarken entlang ihrer Route eintreffen – eine wichtige Informationen für die Erstellung von Zustellungsbenachrichtigungen, aber auch für Fälle von Piraterie. Für Drohnen könnte ein Geofence die erlaubte Reichweite einschränken.

Geofencing in Azure Maps

Geofencing ist aber nicht nur auf Transportlösungen beschränkt. In der Landwirtschaft sind damit Benachrichtigungen in Echtzeit möglich, wenn eine Tierherde ein Feld verlässt. Im Bauwesen können Sie eine Benachrichtigung einrichten, wenn teures Equipment ohne Genehmigung eine Baustelle verlässt oder wenn Fahrzeuge in einem Bereich geparkt werden, der zu Beschädigungen an Ausrüstungsgegenständen führen kann. Sie können damit auch Besucher an einem Standort warnen, wenn sie in gefährliche Bereiche kommen – diese Anwendung nutzt beispielsweise die schottische IoT-Technologiefirma Tagdat. In Studentenwohnheimen verschwinden häufig Münzautomaten. Die Betreiberfirma kann also informiert werden, wenn ein Gerät seinen Standort verlässt. Geofencing ist ein sehr spannender Bereich mit vielen Möglichkeiten für Benachrichtigungen und Analysen zu Ortsveränderungen von Objekten. Das gilt natürlich auch, wenn sich die Objekte nicht bewegen, obwohl sie es sollten!

Ein weiterer Kunde, der diesen Dienst nutzt, ist GovQA, der dazu sagt: „Wir ermitteln mithilfe von Geofencing, wann ein Antragsteller außerhalb der Beschränkungen des Kunden agiert. Diese Grenzen werden bei der Einrichtung des Systems von der Stadt oder dem Kreis festgelegt. Dadurch kann die Stadt den Antrag genauer bearbeiten und auf angemessene Weise und unter Einhaltung der Regeln und Konfigurationen von GovQA mit dem Antragsteller kommunizieren.“

Puffer: Dies ist ein Gebiet in einem bestimmten Abstand von Punkten, Linien und Polygonen. Sie können beispielsweise einen Abstand zu Stromleitungen festlegen, die Abstand zu Vegetation haben müssen, oder Routenpuffer für Abweichungen bei den Routen in der Flottenverwaltung definieren.

Nächster Punkt: Gibt die am nächsten gelegenen Punkte zwischen einem Basispunkt und einer festgelegten Sammlung von Punkten zurück. Damit können Sie sehr schnell die am nächsten gelegenen Geschäfte oder Ladestationen und in Mobilitätsszenarien die nächsten Geräte ermitteln.

Nächste Punkte in Azure Maps

Großkreisentfernung: Gibt die Großkreisentfernung oder die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten auf der Oberfläche einer Kugel zurück. Im Kontext von Auslieferungsdiensten mit Drohnen kann diese API für die Berechnung der Entfernung zwischen Ausgangs- und Zielpunkt verwendet werden. Und da bei der Vogelfluglinie auch die Erdkrümmung berücksichtigt wird, erhalten Sie präzise Schätzungen für die Lieferzeit und können so Ihre Abläufe optimieren.

Punkt in Polygon: Gibt einen booleschen Wert zurück, der angibt, ob sich der Standort innerhalb eines angegebenen Satzes von Polygon- und MultiPolygon-Geometrien befindet. Mithilfe der Punkt-in-Polygon-API können Sie z.B. bestimmen, ob sich ein zu verkaufendes Haus innerhalb des gewünschten Gebiets der Kunden befindet.

Datendienst (Vorschau)

Daten sind bei Karten ein Muss – und durch die Einbindung von Kundendaten in den Azure Maps-Dienst verringern Sie die Latenz und steigern die Produktivität. So können Sie leistungsstarke neue Szenarien erstellen, die Ihre Anwendungen noch attraktiver machen. Aus diesem Grund bietet Azure Maps seinen Kunden nun die Möglichkeit, bis zu 50 MB räumliche Daten hochzuladen und zu speichern, die dann mit Azure Maps-Diensten wie dem Geofencing oder der Bildkomposition verwendet werden können. 

Azure Active Directory-Integration (Vorschau)

Sicherheit und rollenbasierte Zugriffssteuerung stellen für jedes moderne Unternehmen eine Grundvoraussetzung dar. Aus diesem Grund sind wir besonders stolz, bekannt geben zu können, dass Azure Active Directory (AD) nun eine Kernfunktion von Azure Maps ist. Nutzen Sie Azure AD, um die Daten Ihrer Kunden zu schützen und über rollenbasierte Zugriffssteuerung (RBAC) einen sicheren Zugriff zu gewähren.  Unabhängig davon, ob Ihre Anwendungen öffentlich sind oder eine Anmeldung erfordern, unterstützen Azure AD und Azure Maps Ihre Sicherheitsanforderungen nun durch das Authentifizieren Ihrer Anwendungen und Azure AD-Benutzer. Darüber hinaus unterstützt diese Implementierung von Azure AD verwaltete Identitäten für Azure-Ressourcen, die Azure-Dienste (Azure App Service, Azure Functions, Virtual Machines usw.) bereitstellen, über eine automatisch verwaltete Identität, der dann Zugriff auf Azure Maps-Dienste gewährt werden kann. 

Azure Maps Web SDK 2.0

Heute können wir ein neues Modul für den Zugriff auf Azure Maps-Dienste bekannt geben, das Sie zusammen mit dem Azure-Kartensteuerelement verwenden können. Das neue Services-Modul ermöglicht die direkte Arbeit mit den Azure Maps-Diensten. Durch dieses neue Modul und die bereits erwähnte Integration mit Azure Active Directory wurde es notwendig, eine neue Version zu erstellen und in ein einzelnes Web SDK zu kapseln. Aus diesem Grund haben wir unsere Dienste für Webentwickler in Containern im Azure Maps Web SDK 2.0 zusammengefasst. Beachten Sie, dass das Azure-Kartensteuerelement 1.x weiterhin anwendbar bleibt. Neue Innovationen fügen wir jedoch nur noch in Version 2.0 hinzu. Das Upgrade von 1.x auf 2.0 ist sehr einfach, da Sie lediglich die Versionsnummer ändern müssen! Wir haben das Azure Maps Web SDK 2.0 auch noch mit einigen neuen Clientfunktionen ausgestattet:

Azure Active Directory (AAD): Azure Maps unterstützt Azure Active Directory nun nativ, sodass Sie den Zugriff auf Azure Maps schützen können. Durch diese native AAD-Integration wird sichergestellt, dass Ihr Zugriff geschützt ist, wenn Ihre Anwendungen Azure Maps aufrufen.

Services-Modul: Das neue Services-Modul fügt Unterstützung für Azure Active Directory sowie eine deutlich übersichtlichere API-Schnittstelle für den Zugriff auf Azure Maps-Dienste hinzu. Es kann sowohl mit dem Web SDK als auch in Node.js verwendet werden. Da es zur Azure-Produktfamilie gehört, wurde das Azure Maps-Services-Modul ganz im Zeichen einer Initiative für einheitlichere Azure-SDKs entworfen. Es wurde erforderlich, um die AAD-Unterstützung umzusetzen.

Farbverläufe bei Linien: In einigen Situationen bei der Entwicklung von Standortdiensten ist es sinnvoll, einer Linie einen Farbverlauf hinzuzufügen. Das Azure Maps Web SDK 2.0 unterstützt nun nativ das Ausfüllen einer Linie mit einem Farbverlauf, um den Übergang von einem Bereich der Linie zu einem anderen anzuzeigen. Diese Farbverlaufslinien können z.B. zeitliche Veränderungen oder Entfernungen anzeigen, aber auch Temperaturunterschiede bei verbundenen Objekten.

Farbverlauf bei Linien in Azure Maps

Kartenstil „Schummerung“: Weiter unten finden Sie Informationen zum neuen Kartenstil „Schummerung“. Dieser wunderschöne neue Kartenstil ist ab sofort im Azure Maps Web SDK 2.0 verfügbar.

Füllmuster für Polygone: Die Darstellung von Polygonen auf einer Karte kann auf unzählige Arten erfolgen. Es gibt viele Situationen, in denen auf einer Karte ein Polygon gezeichnet werden muss. Mit dem Azure Maps Web SDK 2.0 verfügen Sie nun über ein natives Steuerelement für Formen, Ränder und Füllungen. Muster als Füllung werden nun neben einer einfarbigen Füllung nativ unterstützt. Muster bieten eine einzigartige Möglichkeit, ein bestimmtes Gebiet hervorzuheben – insbesondere, wenn dieses Gebiet noch von anderen farbigen Polygonen umgeben ist. Sie können Muster beispielsweise verwenden, um ein Gebiet im Übergang oder eines, das sich deutlich von anderen Gebieten unterscheidet (z.B. hinsichtlich Finanzen, Bevölkerung oder Landnutzung), hervorzuheben. Sie können damit aber auch Bereiche kennzeichnen, für die bei der Mobilität Bedingungen gelten, etwa Flugverbotszonen oder Regionen, die eine Genehmigung erfordern.

Füllmuster für Polygone in Azure Maps

Kartenstil „Schummerung“

Azure Maps bietet bereits einige Kartenstile, z.B. Straßen, dunkelgrau, Nacht und Satellit-/Hybridbilder. Als Ergänzung zu den bekannten Kartenstilen führen wir noch einen neuen Stil ein – Schummerung. Schummerung bietet eine elegante Kartencanvas mit den Konturen der Erde. Das Azure Maps Web SDK stellt diese Schummerungscanvas bereit, auf der dann sämtliche Funktionen nahtlos angewandt werden können.

Kartenstil „Schummerung“ in Azure Maps

Bildkomposition

Mit der neuen Funktion zur Bildkomposition in Azure Maps können Kunden Kartenbilder rendern, die Ergänzungen wie Punkte, Linien oder Polygone enthalten. In vielen Fällen können Sie Ihre Anforderung zusammen mit den Daten zum relevanten Punkt übermitteln, um ein Kartenbild zu rendern. Bei komplexeren Implementierungen können Sie die Bildkomposition zusammen mit den Daten verwenden, die im zuvor genannten Azure Maps-Datendienst gespeichert sind.

Bildkomposition in Azure Maps

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